Sommerausstellung im Kunstverein

mit namhaften Künstlern der klassischen Moderne aus norddeutschen Künstlerorten.

 

Zur Eröffnung spricht Landrat Bohlmann.

Eine runde Ausstellungseröffnung am kommenden Sonntag, dem 20. Juni 2010 um 11.30 in Buthmanns Hof verspricht der Kunstverein Fischerhude, der im 10. Jahr seines neuen Domizils in Buthmanns Hof zur 75. Ausstellung seines insgesamt 25-jährigen Bestehens Landrat Bohlmann als Festredner gewinnen konnte. „Wege zum Ursprung – Wege in die Zukunft“ heißt die neue Ausstellung, die an die letztjährige Sommerausstellung „Ursprünge der Sehnsucht – Norddeutsche Künstlerorte“ anknüpft. Die Matinee wird musikalisch bereichert durch Ihno Folkerts und Suren Anisonyan. Während Bürgermeister Horst Hofmann
begrüßt, wird Landrat Peter Bohlmann zur Eröffnung reden, Wolf-Dietmar Stock die Konzeption der neuen Ausstellung erläutern und Susanne Stuwe-Thiel von der Gruppe F die Sonderausstellung im Giebel  vorstellen, die unter dem Motto „Wegzeichen“ Bilder von sechs Gegenwartskünstlern vereinigt.

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Eine sommerliche Kunstreise
Bis heute lässt sich in Fischerhude ein lohnender Gang auf den Spuren der Maler unternehmen. In diesem Jahr wird Ihnen gleichzeitig eine Wanderung durch verschiedene norddeutsche Künstlerorte ermöglicht: Ausgewählte Werke von namhaften Malern norddeutscher Künstlerorte. Gleichzeitig weisen die „Wegzeichen“ der Gruppe „F“ in der Sonderausstellung im Giebel in die Zukunft der Malerei an der Wümme.

Künstler sehen die Welt neu
Die Künstlerkolonien oder Künstlerorte des 19. und beginnenden 20. Jahrhunderts gewinnen im internationalen Kontext mit Barbizon, Pont Aven, Skagen und anderen eine neue Bedeutung. Was aus der Nähe nach Heimatmalerei aussah, war die Entdeckung der Schönheit des Alltags an jedem Fleck der Erde. Die neue Ästhetik sollte die Kunst des 19. und 20. Jahrhunderts bis hin zu Joseph Beuys prägen.
Alles hatte um 1830 in Barbizon begonnen und sollte sich in zahlreichen Neugründungen von Künstlerorten auf dem Lande fortsetzen, schon bald aber in den Städten seine Fortsetzung finden, wo es zur Gründung der Sezessionen kam.
Die Künstler wandten sich vom herkömmlichen Akademiebetrieb ab und machten die Natur zu ihrer Lehrmeisterin.

Zurück zur Natur
Das Malen im unmittelbaren Kontakt mit der Natur schuf nicht nur neue Maltechniken wie das Malboot, Malkarren oder Malschirm, die in der Freilichtmalerei das Atelier mit Nordlicht ersetzen mussten. Fertige Tubenfarben  zum schnellen Umsetzen des Erlebten und leicht transportierbare Malkästen sowie Staffeleien wurden erfunden.
Das Schaffen in der Natur ließ eine tiefe Bindung zu ihr wachsen. Stand bereits die vorrevolutionäre Philosophie des bedeutenden J. J. Rousseau unter dem Zeichen von Natur  und Natürlichkeit (Zurück zur Natur!), wurden von den Künstlern jetzt geradezu Suchexpeditionen zu einsamen, ursprünglichen Landstrichen unternommen. Es waren meist wenig spektakuläre, abseits gelegene Landschaften wie die Heide (Bardowick), das Moor (Dachau, Worpswede) oder das Meer mit Watt und Dünenlandschaften (Sylt, Duhnen, Nidden), die sie entdeckten und in ihren Bildern festhielten. Das Bürgertum davon zu überzeugen, dass solche Gegenden schön sind, dazu bedurfte es einer riesigen Anzahl von Bildern malender Individuen in den verschiedensten Künstlerorten.
Es kam zu starken Wechselwirkungen zwischen Kunst und Gesellschaft.

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Wege in die Zukunft
Das Leben auf dem Lande bestimmte die neue Mode. Schlichte weiße Kleider ohne Reifröcke wurden zu Symbolen der neuen Zeit. Das Frühstücken im Freien wie auf Eduard Monets berühmtem  Bild sowie die Freikörperkultur kamen auf. Wandern in der Natur (Wandervögel). Schulfibeln,  von Künstlern gestaltet, sollten die Reformpädagogik  beflügeln. Auch der Landschaftsschutz wurde von den Künstlern angestoßen oder mitgetragen.

Gruppe F
Im Giebel stellt eine künstlerische Arbeitsgruppe unter dem Motto „Wegzeichen“ aus. Sie besteht aus  Helmut Bromm, Evelyn und Peter Fricke, Petra Hempel, Wolf-Dietmar Stock und Susanne Stuwe-Thiel
Im Februar 2007 einstand eine neue Idee für eine künstlerische Auseinandersetzung: Fischerhude heute. Ein Rundgang durch den malerischen Ort bildete den Auftakt für diese Unternehmung. Die reizvollen Blickwinkel,  aber auch der zunehmende Tourismus mit all seinem "Beiwerk", gerieten in den Focus. Jeder arbeitete für sich, doch die Gruppe kam in regelmäßigen Abständen immer wieder zusammen, um die entstandenen Werke zu zeigen und mit den anderen zu besprechen. Eine Auswahl der zahlreichen Ergebnisse liegt nun vor.

Wege zum Ursprung – Wege in die Zukunft
Kunstverein Fischerhude in Buthmanns Hof e.V., Im Krummen Ort 2, Fischerhude
Tel. 04293-78 66 76
20. Juni – 29. 8. 2010-05-23 Täglich außer Mo 14.30 – 17.30, So 11.30 bis 17.30
Jeden Sonntag um 15 Uhr Führung durch die Ausstellung

Bilder:
Carl Langhein, Sommerwind, 1907
Susanne Stuwe-Thiel, Wegzeichen, 2007

Die Ausstellung

Ursprünge der Sehnsucht
Norddeutsche Künstlerorte

26. Juni bis 4. Oktober 2009
Di-Sa 14.30 - 17.30 h
So 11.30 - 17.30 h

Die Anfahrt

Der Verein

Kunstverein Fischerhude
in Buthmanns Hof e.V.
Im Krummen Ort 2
28870 Fischerhude

Tel. 04293/ 78 66 76